Die Wort und Bild Gesundheitsakademie


Sie möchten mehr über Erkrankungen wissen? Dann nutzen Sie unsere Gesundheitsakademie. Und wenn Sie Fragen haben, dann kommen Sie einfach vorbei. Wir beantworten sie Ihnen gerne.

Informationen rund um Ihr Rezept


Ein Kassenrezept (rosa) ist einen Monat nach dem Ausstellungsdatum gültig. Danach kann es nicht mehr bei der gesetzlichen Krankenkasse abgerechnet werden und wird wie ein Privatrezept behandelt.


Ein Privatrezept ist 3 Monate gültig und kann nur einmal beliefert werden. Bestimmte Arzneimittel werden auf besonderen Formularen (z.B. gelbes Formular) verordnet, diese sind nur 7 Tage gültig.

Am besten ist es, Sie lösen ihr Rezept umgehend in einer Apotheke ein, nachdem Sie es vom Arzt erhalten haben. Die Apotheke prüft, ob alle notwendigen Angaben auf dem Rezept stehen und die Verordnung eindeutig ist.


Bei Unklarheiten darf die Apotheke die verordneten Medikamente erst heraus geben, wenn alle offenen Fragen geklärt sind.

Rabattverträge

Um die Arzneimittelkosten zu senken hat der Gesetzgeber den Krankenkassen erlaubt, mit den Herstellern der Arzneimittel sogenannte Rabattverträge zu schließen. Die Krankenkassen schreiben die einzelnen Wirkstoffe aus, und der günstigste Hersteller bekommt den Zuschlag. Auf diese Weise konnten in den letzten Jahren Milliardenbeträge eingespart werden.


Die Apotheken sind verpflichtet, diese Verträge zu beachten und nur die Arzneimittel heraus zu geben, für die die entsprechende Krankenkasse vom Hersteller den Rabatt erhält.

Der behandelnde Arzt kann auf der Verordnung eines bestimmten Arzneimittels bestehen, in dem er auf dem Rezept das Feld „aut-idem“ ankreuzt.


Übrigens: auch die Apotheken zahlen pro abgerechneter Packung einen Rabatt an die gesetzlichen Krankenkassen und leisten damit ihren Beitrag zur Senkung der Arzneimittelkosten.

Zuzahlung

Der Gesetzgeber sieht für alle Patienten eine Beteiligung an den Arzneimittelkosten vor. Diese Beteiligung wird durch die Zuzahlungen in den Apotheken geleistet. Die Zuzahlung stellt also kein „Einkommen“ der Apotheke dar, sondern wird im Auftrag der Krankenkassen durch die Apotheke eingezogen und später mit dem zustehenden Honorar verrechnet.


Die Höhe der Zuzahlung ist durch den Gesetzgeber vorgegeben und hängt in aller erster Linie vom Preis des Arzneimittels ab. Der Patient hat 10 % der Kosten zu tragen, jedoch mindestens 5,00 und maximal 10,00 €. Die Zuzahlung wird je Packung erhoben. Für Arzneimittel, deren Preis ohnehin unter 5,00 € liegt, ist der volle Preis zu entrichten (vgl. Beispiel 4).


Die folgenden Beispiele sollen dies verdeutlichen:

  • Arzneimittel 1 kostet 25,50 €
    10 % = 2,55 €
    Zuzahlung für den Patienten = 5,00 €
  • Arzneimittel 2 kostet 78,50 €
    10 % = 7,85 €
    Zuzahlung für den Patienten = 7,85 €
  • Arzneimittel 3 kostet 595,00 €
    10 % = 59,50 €
    Zuzahlung für den Patienten = 10,00 €
  • Arzneimittel 4 kostet 3,50 €
    10 % = 0,35 €
    Zuzahlung für den Patienten = 3,50 €.

Darüber hinaus haben die Krankenkassen die Möglichkeit auf die Zuzahlung teilweise oder ganz zu verzichten. Dies kann z.B. bei einem Arzneimittel mit Rabattvertrag der Fall sein und sich bis zu 2x im Monat ändern.


Aus diesem Grund kann Ihre Apotheke Ihnen leider kein Versprechen geben, dass ein heute von der Zuzahlung ausgenommenes Arzneimittel auch beim nächsten Besuch in der Apotheke noch zuzahlungsfrei ist. Einen Anspruch auf ein zuzahlungsfreies Medikament haben die Patienten derzeit leider nicht.


Jeder Patient muss im Jahr maximal 2 % seines Einkommens für Zuzahlungen aufbringen. Chronisch kranke Menschen sogar nur 1 %. Somit möchte der Gesetzgeber sicherstellen, dass niemand pauschal sondern in Abhängigkeit seiner wirtschaftlichen Möglichkeiten belastet wird.


Kinder bis 18 Jahre sowie einige Leistungen für Diabetiker oder schwangere Frauen sind von der Zuzahlung ausgenommen.

Festbetragsdifferenz

Die gesetzlichen Krankenkassen dürfen einseitig Preise festlegen, die sie für ein bestimmtes Arzneimittel zu zahlen bereit sind. Das nennt man Festbetrag. Verlangt der betroffene Hersteller trotzdem einen höheren Preis für sein Produkt, muss der Patient die Differenz selber tragen.

Dabei spielt es keine Rolle, ob man von der Zuzahlung befreit ist oder nicht. Hier kann nur der Arzt helfen, indem er ein Arzneimittel ohne Mehrkosten verordnet.